Freihandzeichnen im Geometrieunterricht

Hinweis: Die Kopiervorlagen zum Artikel „Skizzieren und geometrisches Freihandzeichnen“ (IBDG 1/2013) finden Sie im Menüpunkt „Lehrgang zum geometrischen Freihandzeichnen“. Dort klicken Sie auf die einzelnen Vorschaubilder im Textverlauf.

„So kann Geometrisches Zeichnen und Freihandzeichnen, wenn es anspruchsvoll gelehrt wird, nicht nur das Raumvorstellungsvermögen des Menschen entwickeln, sondern auch darüber hinausgehend in seinem Seelenleben einiges zum Positiven verändern.
Gerade die Kombination zwischen Geometrischem Zeichnen und freihändigem Zeichnen zeigt oder bietet für mich die Möglichkeit, sehr früh mit Verstand und Gefühl zusammen Dinge darzustellen.“

Dipl.-Ing. Friedrich Fischer Amt der niederösterreichischen Landesregierung, Baudirektion – Ortsbildpflege anlässlich einer Befragung im Jahre 1996 (Felzmann/Blümel)

Kann Freihandzeichnen den bisher an Mathematik, speziell an GZ und DG gestellten Ansprüchen in Hinblick auf Genauigkeit und Exaktheit genügen?
Ist es – auch für SchülerInnen – möglich, freihändig geometrisch richtige Abbildungen von gedachten und realen Objekten anzufertigen?

Warum geometrisches Freihandzeichnen?

  • Beim Arbeiten mit CAD ist die Freihandskizze als Ideenskizze bedeutsam.
  • Eine Skizze ist der verbalen Beschreibung in den meisten unserer Belange überlegen.
  • Lehrplanziele wie Vermittlung und Wiederholung von Geometriekenntnissen, Schulung der Raumvorstellung, … können schneller durch Skizzen als durch „exakte“ und langwierige Zirkel-Lineal- Konstruktionen erreicht werden.
  • Der (Nach-)Denkprozess wird meist erst durch Skizzieren von Konstruktionsschritten geklärt.
  • Eine „unvollkommene“ Skizze wird eher als Anregung für weitere Diskussion gesehen. In [WEIDENMANN 2005, Seite 90] wird eine Untersuchung beschrieben, aus der hervorgeht, dass sich Versuchspersonen bei solchen Skizzen viel öfters trauen, Änderungen hineinzu­zeichnen. Dort wird die eigens entwickelte Software „sketch-rendering“ erwähnt, die exakte CAD-Zeichnungen zu Skizzen im Stil menschlicher Hand transformiert
  • Oft ist eine rasche intuitive Erfassung eines geometrischen Sachverhalts möglich.
  • Anfertigung von gedachten „Screenshots“ von geometrischen Powerpointshows, Animationen, Geometriefilmen, …

Was zeichnet eine geometrische Freihandzeichnung aus?

Eine „geometrische Freihandzeichnung“ erfolgt unter Beachtung der Abbildungsgesetze, die auch beim „exakten“ (technischen) Zeichnen zugrunde gelegt wird.
Und diese Abbildungsgesetze weiterzugeben, das ist eben­falls eine der Kernaufgaben unserer Fächer.

Vorteile von Freihandzeichnen

  • Zeitfaktor
  • Schneller Austausch von Informationen
  • Schnelle Hilfe bei Erstellung von Rechenabläufen (vgl. Vermessungsaufgaben)
  • Schnelle Anfertigung einer Skizze bietet Hilfe vor einer exakten Zeichnung mit dem CAD-Paket auch in Bezug auf Platzverteilung, Ansichten, …
  • Rasches Erfolgserlebnis
  • Geringer Aufwand an Arbeitsmitteln
  • Steigerung der Wahrnehmung und des bewussten Sehens

Nachteile

  • Linienführung anfangs vielleicht nicht zufrieden stellend

Inhalt und Ziele eines angebotenen Workshops

Die Teilnehmer kennen die grundlegenden Abbildungsprinzipien der Parallelprojektion und können die in der Unterstufe (SEK 1) im Unterricht auftretenden Grundkörper geometrisch richtig abbilden. Sie beherrschen die Methodik dieser Abbildungsverfahren und erkennen, dass Horizontal- und Frontalrisse („Schrägrisse“) als Sonderfälle des axonometrischen Abbildungs­prinzips gesehen werden können.

Die Kenntnis des Prinzips der Kreis- und Kugeldarstellung befähigt die TeilnehmerInnen zur geometrisch richtigen Abbildung von Drehkörpern wie sie zum Beispiel in der Integral­rechung behandelt werden können.

Inhalte

Einerseits geht es um die Vermittlung der Technik, sozusagen des „Handwerkzeugs“ des Freihandzeichnens, andererseits um Vermittlung eines Grundverständnisses geometrischer Abbildungsgesetze, die einer exakten Abbildung zu Grunde liegen müssen.

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